Claudia Toppe

 

 


Stadtteilbücherei Einfeld - Wie kann sie erhalten bleiben?
 


"Haltet bloß die Bücher fest!, (an Kollegen gewandt).
Sie sehen ganz sanft aus, Frau Toppe, aber wenn es um Ihre Leser und Ihre Bücherei geht, werden Sie zum Tiger!! "
Frau Rockel, Stadtbücherei Neumünster

Die Stadtteilbücherei Einfeld ist eine Bücherei, wie ich sie verstehe.
Eine Bücherei, in der man bemüht ist, Ihnen weiterzuhelfen, ob Sie nun etwas über die Auswirkungen übermäßigen Fernsehkonsums auf die kindliche Psyche erfahren wollen, Sie der Durchmesser des Einflugslochs bei Starenkästen interessiert oder das Paarungsverhalten von Rennmäusen - oder auch einfach nur, wie man Gedichte schreibt.
Diese Bücherei ist ein Ort,
an dem man sich wohlfühlen soll, wo es keine Schwellenängste gibt und es auch schon Dreijährige wagen, ihre Bücher allein abzugeben.
Es ist ein Ort,
wo einem die Bücher nicht anonym über den Tresen zugeschoben werden,
man aber trotzdem ungestört in den Regalen stöbern kann, ohne daß  einem jemand auf den Hacken steht.
Ein Ort, an dem auch Seniorinnen und Senioren als die Individuen und die Persönlichkeiten, die sie sind, wahrgenommen werden.
Es ist ein Treffpunkt für Mütter - und Väter ! - mit ihren Kindern, um andere zu treffen und Buchtips zu bekommen.
All das - und mehr - ist diese Bücherei.
"Diese Art der Menschlichkeit können wir uns nicht mehr leisten."
Helga Hein, Kulturdezernentin

Lesen macht Spaß.
Lesen bildet, eröffnet den Zugang zu neuen Welten, ist anregend, aufregend, kreativ, kann Einsamkeit vertreiben, wie es eine Seniorin in einem Leserbrief formulierte.
Lesen - ein Stück Basiskultur?
Lesen - eine Selbstverständlichkeit!???
Nicht mehr, wenn Sie dafür lange Anfahrtswege auf sich nehmen müssen.

Um eine Fortführung des bisher Erreichten zu ermöglichen, habe ich mich bereit erklärt, den Vorsitz des geplanten Vereins zu übernehmen und Ihnen heute ein mögliches Konzept (Bücherei und kulturelle Veranstaltungen) vorzustellen.

Claudia Toppe
(04. März 1993)